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Der Degu als Haustier: Alles zu Ernährung, Haltungsbedingungen und Pflege

Der Degu als Haustier: Alles zu Ernährung, Haltungsbedingungen und Pflege

Degus aus der Familie der Trugratten sind schlaue und aktive Tiere, die gerne klettern und buddeln. Sie fühlen sich nur in Gesellschaft ihrer Artgenossen wohl und stellen gewisse Ansprüche an die Haltung. Wenn du deinen Degus als Haustieren ein glückliches und artgerechtes Leben ermöglichen möchtest, findest du in diesem Beitrag alle wichtigen Informationen rund um die Ernährung, Haltungsbedingungen und Pflege der Kleintiere.


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Steckbrief Degu: Das Wichtigste in Kürze

Steckbrief Dsungarischer Zwerghamster

Ordnung: Familie der Trugratten

Herkunft: Lateinamerika (Argentinien, Chile)

Aussehen: runde Knopfaugen, dichtes Fell, lange Hinterbeine, langer Schwanz

Größe: zwischen 11 und 16 cm

Gewicht: bis zu 280 Gramm

Lebenserwartung: drei bis acht Jahre

Ernährungsweise: Heu, Gräser, Sämereien, Kräuter, Gemüse, gelegentlich Nüsse

Tagesrhythmus: tagaktiv

Käfigausstattung: Voliere oder Terrarium für Nager mit Mindestmaßen von 120 x 50 cm

Haltung: paar- oder gruppenweise, bevorzugt in gleichgeschlechtlichen Konstellationen

Anschaffungskosten pro Tier: 20 Euro (handelsüblicher Preis) bis zu 250 Euro für spezielle Farbvarianten beim Züchter

Schwierigkeitsgrad: mittel

Herkunft: Wie leben Degus in der freien Natur?

Der „Gewöhnliche Degu“ aus der Familie der Strauchratten kommt aus dem südamerikanischen Raum, genauer gesagt aus einem ganz bestimmten Gebiet in Chile. Hier leben die „endemisch“ vorkommenden Tiere in freier Wildbahn an den Westhängen der Anden und im halbtrockenen Strauchland. Die sozialen und geselligen Tiere leben in Gruppen, die meistens aus zwei bis fünf Weibchen und einem bis zwei Männchen bestehen, zusammen. Innerhalb der Familien gibt es eine klare, hierarchische Rangordnung. Sie haben ein ausgeprägtes Revierverhalten, legen sich unterirdische Bauten unter Sträuchern oder in der Nähe von Felsen an, die durch oberirdische „Trampelpfade“ miteinander verbunden sind.

Bei den Degus handelt es sich um tagaktive Tiere, die von morgens bis abends ihre Zeit mit der Futtersuche, dem Erkunden ihres Territoriums oder schlichtweg mit ihren Artgenossen verbringen. Degus können schnell laufen, sie nutzen erhöhte Felsen als Aussichtspunkte, lieben es aber genauso, sich nach allen Regeln der Kunst in Tunnelsysteme einzugraben und Wintervorräte anzulegen. Im Gegensatz zu anderen Tieren brauchen sie keinen Winterschlaf und bleiben ganzjährig in Bewegung.

Typisches Aussehen von Degus

Degus sind Nagetiere mit einer abgeflachten Kopfform in mittlerer Größe, die bis zu 280 Gramm auf die Waage bringen, wobei Männchen etwas schwerer werden als Weibchen. Die Tiere haben ein sand- bis graubraunes Fell, das sich in freier Wildbahn nicht allzu stark von der Umgebung abhebt und somit als natürlicher Schutz vor Fressfeinden dient. Zudem haben Degus kräftige Gliedmaßen, spitze Krallen und einen besonders langen Schwanz, der ihnen beispielsweise beim Klettern hilft. Wichtig zu wissen ist, dass der Schwanz von Degus durch zu festes Zupacken oder Hochheben abreißen kann. Zwar können die Nagetiere auch ohne diesen überleben, ihnen fehlt dann aber eine wichtige Kletter- und Balancierhilfe.

Degu-Haltung: Einzeln oder in Gruppen?

Ein einzelner Degu wird alleine nicht glücklich. Das Tier kann Verhaltensstörungen bekommen oder sogar depressiv werden, denn es benötigt, wie in der freien Wildbahn, seine „Sippe“ zum Leben. Da Degus ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben, handelt es sich dabei um eine Größenordnung von Gruppen mit etwa fünf bis zehn Tieren. Wenn mehrere Weibchen Jungtiere bekommen, können sich in der freien Wildbahn sogar ganze Kolonien bilden, bei denen die Sippen dicht an dicht leben. In deinem Zuhause ist das natürlich so nicht möglich – dennoch solltest du mindestens drei bis vier Tiere halten, damit die Degus ihr natürliches Sozialverhalten erlernen, ausleben und beibehalten können.

Aber Achtung: Es kann gefährlich sein, einen ausgewachsenen Degu in eine bestehende Gruppe zu integrieren, denn dieser wird unter Umständen so lange bekämpft, bis er tödlich verwundet wird. Wenn du keinen Nachwuchs in deiner Gruppe haben willst, dann solltest du ausschließlich männliche oder weibliche Tiere zusammenhalten. Falls du kastrierte Männchen in die Gruppe bringst, dann beachte, dass diese unter Umständen noch bis zu sechs Wochen nach dem Eingriff zeugungsfähig sind. Es kann allerdings passieren, dass sich kastrierte Männchen nach dem Eingriff in einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe aggressiv verhalten, weshalb meistens gleichgeschlechtliche Paare empfohlen werden. Möglich ist aber auch, ein Männchen in einer ansonsten reinen Weibchengruppe aufzunehmen.

In einer bestehenden Gruppe wiederum stellen Degus ständig ihre Zuneigung zueinander unter Beweis. Sie spielen, klettern und buddeln miteinander. Außerdem putzen sie sich das Fell und betreiben mit einem Sandbad Körperpflege. Mit Meerschweinchen, Kaninchen oder Chinchillas verstehen sich Degus jedoch nicht – hier gibt es eine „Sprachbarriere“, sodass sich die einzelnen Arten untereinander gar nicht verstehen und sich vollkommen fremd fühlen würden.

Untereinander wieder kommunizieren Degus gerne und viel – teilweise mit einem breiten Repertoire an Lautäußerungen und Körperhaltungen. So warnt ein schriller „Pfiff“ die Kameraden vor einer Bedrohung, während sich friedlich gesinnte Degus durch ein „Zirpen“ grüßen und ihre Nasen gegenseitig berühren. Kommt Futterneid auf, so geben Degus beim Fressen gegenüber ihren Artgenossen gerne mal ein verärgertes Quieken von sich. Typisch sind auch kämpferische Rituale, das „Boxen“, wobei sich die Tiere auf ihre Hinterbeine aufrichten und ihre Rangordnung ausfechten.

Sind Degus zutraulich und kann man mit ihnen kuscheln?

Haben Degus erst einmal Vertrauen zu ihren Halterinnen und Haltern gefasst, so können sie durchaus zutraulich werden. Unter Umständen gelingt es sogar, sie nach einer Eingewöhnungszeit, in der sie eher scheu agieren, so zahm werden zu lassen, dass sie für ihr Futter auf deine Hand kommen. Aber: Auch wenn die Kleintiere von Natur aus neugierig und aktiv sind, mögen sie es gar nicht, gegen ihren Willen festgehalten oder gestreichelt zu werden. Degus sind keine „Kuscheltiere“: Sie lassen sich zwar auf die Hand nehmen, aber mit Menschen zu schmusen, entspricht nicht ihrem natürlichen, in die Wiege gelegten Verhalten.

Degu richtig füttern: Das solltest du über die Ernährungsgewohnheiten wissen

Degus benötigen eine spezielle Fütterung, da sie Dauerfresser sind. Das bedeutet, dass sie den ganzen Tag lang verteilt kleinere Portionen Nahrung zu sich nehmen. Sie benötigen deshalb rund um die Uhr neben hochwertigem Heu eine energiearme, langfaserige und rohfaserreiche Kost: Frischfutter wie Kräuter (Etwa Giersch, Löwenzahn, Spitzwegerich und Wiesenklee) sowie Sämereien und Nagematerial wie Zweige und Äste von Weiden, Birken oder Linden.

Gemüse wie Gurke, Chicorée, Chinakohl oder Romanasalat sollte nur selten – höchstens einmal wöchentlich – auf dem Speiseplan stehen, Obst darf aufgrund des Fruchtzuckers gar nicht an Degus verfüttert werden. Gelegentlich dürfen Degus kleine „Leckerlis“ wie Walnüsse, Haselnüsse oder Pinienkerne bekommen. Hier aber bitte in Maßen, denn diese Snacks sind sehr fetthaltig und sollten deshalb nicht übermäßig verfüttert werden. Selbiges gilt für sehr fettreiche Samen, die bei Degus zu Übergewicht führen könnten.


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Degu-Käfigeinrichtung: Darauf kommt es an

Achte bei der Auswahl des Käfigs ganz besonders auf die Materialien. Plastik ist vor Degus nicht lange sicher, da sie alles anknabbern. Daher solltest du als Käfig unbedingt eine spezielle Voliere für Nager oder ein Terrarium wählen. Ein Aquarium oder Terrarium, in dem sich die Luft staut, ist nicht geeignet, da Sauerstoffmangel den Tieren gesundheitlich schadet.

Degus benötigen nicht nur viel Platz, sondern auch den richtigen Standort für ihr Gehege. Platziere die großzügige Voliere am besten in einem ruhigen Raum mit indirekter Sonneneinstrahlung, der keine Temperaturschwankungen oder Zugluft zulässt. Für zwei bis vier Tiere solltest du bei der Voliere mit einer Fläche von mindestens drei Quadratmetern planen. Für jedes weitere Tier kommt ein halber Quadratmeter hinzu – als minimale Fläche gelten Abmessungen von 100 x 50 cm.

Zum Degu-Käfig gehört natürlich auch die richtige Einrichtung. Strukturiere die Voliere am besten in mehrere, mindestens 30 cm hohe Ebenen. Biete deinen Degus abwechslungsreiche Kletter- und Versteckmöglichkeiten wie Hängebrücken, Papprollen, Äste, Baumscheiben, Bambusrohre und mehr. Die kleinen Nager knabbern gerne und viel, daher sollte nichts in dem Gehege aus Kunststoff gefertigt sein. Zudem sollten Häuschen vorhanden sein, die mehrere Ein- und Ausgänge bieten und in die sich deine Degus bei Bedarf einzeln oder auch in Gruppen zurückziehen können. Abgerundet wird die Einrichtung mit einem mindestens 35 Zentimeter im Durchmesser großen Laufrad aus Metall oder Holz.

Auch das Einstreu ist wichtig, da Degus gerne unterirdische Gänge anlegen. Damit sie in Ruhe graben können, benötigen sie eine mindestens 20 Zentimeter hohe Einstreuschicht. Verwende am besten eine Mischung aus Heu, Stroh, Kleintierstreu, Kokosfasern und Hanfmatten. Finger weg von Hamsterwatte aus Kunststoff, die ist für die Nager gefährlich, da sie sich mit Fäden Gliedmaßen abschnüren können und das Material nicht verdauen können!

Wichtig: Damit es deinen Degus gesundheitlich gut geht, musst du das große Gehege regelmäßig reinigen. Futternäpfe und Wassertränke gehören täglich gesäubert, die übrige Einrichtung solltest du ungefähr alle zwei Wochen mit heißem Wasser und neutralem Seifenreiniger waschen. Einmal wöchentlich solltest du das Einstreu der „Urinecken“ ersetzen. Liegengebliebene Futterreste sind täglich wegzuräumen und zu ersetzen, damit sie nicht vergammeln und im Käfig schlecht werden. Verwende zur Reinigung bitte keine scharfen Putzmittel oder aggressive Reiniger.

Freilauf: Dürfen sich Degus frei in der Wohnung bewegen?

Es ist gelegentlich möglich, dass Degus frei in der Wohnung laufen dürfen. Allerdings solltest du den Bereich, in dem die Nagetiere laufen, abgrenzen und durch ausreichend hohe Bretter oder Längsgittermodule absichern. Eine Außerhaltung ist in den meisten Fällen nicht möglich, denn die Tiere sind in freier Wildbahn ein trockenes, mediterranes Klima mit täglichen Schwankungen gewöhnt. Lediglich im Sommer ist eine Außenhaltung möglich, allerdings nur in einem überdachten, schattigen und ausbruchssicheren Gehege, in dem es nicht zu übermäßiger Zugluft oder einem Hitzestau kommen kann.

Warum brauchen Degus ein Sandbad?

Degus reinigen in einer Sandbadewanne ihr Fell. Deshalb sollten sie in ihrem Gehege die Gelegenheit dazu haben, sich mindestens einmal am Tag im Sand zu „baden“. Du solltest die „Badewanne“ aber nicht die gesamte Zeit über im Gehege stehen haben, da sie ansonsten zu stark verschmutzt wird.

Lassen sich Degus vergesellschaften?

Jungtiere lassen sich laut Angaben der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz ohne Probleme vergesellschaften. Bei Männchen und Weibchen können nach etwa einem bis anderthalb Jahren während der Pubertät heftige Revierkämpfe ausbrechen, die es aufgrund von Bissverletzungen teilweise erforderlich machen, die Gruppe neu zu vergesellschaften. Ältere Tiere lassen sich nicht einfach in eine bestehende Gruppe integrieren. Nur mit viel Mühe, Geduld und Zeit ist das möglich. Zu diesem Zweck solltest du dich am besten mit deinem Tierarzt beraten.

Degu Kosten: Wie viel Geld muss ich für die Anschaffung einplanen?

Die Anschaffung von Degus an sich ist gar nicht mal so teuer. Pro Tier zahlst du bei einem Züchter zwischen 20 und 50 Euro. Weiterhin kommen auch noch die Anschaffungskosten für das Gehege, das Futter, Heu, Einstreu und Beschäftigungsmöglichkeiten hinzu. Weiterhin solltest du die monatlichen Kosten für Futter, neues Zubehör und Tierarztrechnungen im Blick behalten, wobei es immer zusätzliche Kosten geben kann, falls ein Tier plötzlich krank wird.

Degu Pflege: Warum die Gesundheitsvorsorge so wichtig ist

Ähnlich wie bei uns Menschen ist eine gewisse Gesundheitsvorsorge bei Degus wichtig, damit sie fit bleiben und Krankheiten rechtzeitig entdeckt und behandelt werden können. Bringe deine Degus daher am besten mindestens einmal jährlich zum Check-up beim Tierarzt vorbei. Du selbst kannst einen routinemäßigen Gesundheitscheck einmal pro Woche vornehmen und in deinen eigenen vier Wänden einfach prüfen, ob es bei einem oder mehreren Tieren ungewöhnliche Veränderungen im Sozialverhalten oder beim Fressen und Trinken gibt. Ernste Warnzeichen, die auf gesundheitliche Probleme hindeuten, sind beispielsweise eine schnelle Gewichtszunahme oder -abnahme, raues Fell, eine merklich verringerte Aktivität sowie Verdauungs- oder Zahnprobleme. Bedenke, dass Degus anfällig für bestimmte Erkrankungen sind und bei einem ungewöhnlichen Verhalten schnell tierärztliche Hilfe benötigen. Zu den häufigsten Erkrankungen bei Degus gehören:

  • Erkältungen und Atemwegsinfekte mit Niesen und Nasenausfluss

  • Durchfall, Verdauungsbeschwerden

  • Parasiten wie Milben, Läuse und Würmer

  • Abszesse

  • Hitzschlag

  • Diabetes

  • Hautkrankheiten

  • Zahnprobleme

  • Leber- und Nierenerkrankungen

Degu Lebenserwartung: Wie alt werden Degus bei guter Pflege?

Ein Degu wird bei guter Pflege ungefähr drei bis acht Jahre alt. Ab einem Alter von sechs Jahren gelten Degus als „Senioren“, die es ruhiger angehen lassen und zwischendurch auch mal ein Nickerchen einlegen.

Fazit: Degus als Haustiere halten

Degus sehen wie eine einzigartige Mischung aus Ratten und Chinchillas aus. Sie sind soziale und intelligente Tiere mit besonderen Verhaltensweisen, die viel Platz benötigen und sich ausschließlich in Gruppen wohlfühlen. Damit deine Degus gesund bleiben und sich wohlfühlen, solltest du ihnen ein großes Gehege mit ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Für Kleinkinder sind Degus als Haustiere nicht geeignet – so niedlich sie auch sein mögen, kuscheln sie doch nicht gerne und lassen sich am liebsten nur beobachten. Wenn du ihre Bedürfnisse respektierst und ihnen viel Platz zur freien Entfaltung einräumst, dann kannst du dich wiederum lange an den Nagern erfreuen.

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