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Hamstergehege einrichten: So fühlt sich dein Hamster wohl

Hamstergehege einrichten: So fühlt sich dein Hamster wohl

Ein kleiner Hamsterkäfig aus dem Zoofachhandel sieht praktisch aus, reicht für eine artgerechte Haltung aber meist nicht aus. Auf wenig Grundfläche bleibt kaum Platz für ausreichend Einstreu, Verstecke, ein Sandbad und ein Laufrad in passender Größe.

Ein Nagarium bietet dagegen eine große, zusammenhängende Fläche, die du frei nach den Bedürfnissen deines Hamsters gestalten kannst. In diesem Artikel erfährst du, worauf es bei der Einrichtung ankommt und welche Ausstattung wirklich notwendig ist.


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Was ist ein Nagarium?

Als Nagarium bezeichnet man Gehege, die aus einem umgebauten Aquarium, einem Terrarium oder einer Eigenbau-Konstruktion aus Holz und Glas bestehen. Im Gegensatz zum klassischen Gitterkäfig steht hier eine große, ungeteilte Fläche zur Verfügung – vor allem für die Einstreu ein entscheidender Vorteil.

Hamster graben von Natur aus gerne eigene Gänge und Kammern. Eine ausreichend tiefe Einstreuschicht macht das erst möglich. Gleichzeitig lassen sich im Nagarium verschiedene Bereiche zum Schlafen, Buddeln, Laufen und Sandbaden einrichten.

Hamstergehege: Die richtige Größe und der passende Standort

Hamster legen in freier Wildbahn trotz ihrer geringen Körpergröße weite Strecken zurück. Entsprechend viel Platz brauchen sie auch im Gehege. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt für Goldhamster mindestens 1 m² Grundfläche und 70 cm Höhe.

Mindestmaße nach Hamsterart:

  • Mittelhamster (Gold-, Teddyhamster): ab ca. 120 x 70 cm

  • Zwerghamster (Dsungaren, Campbell und Roborowskis): ab ca. 120 x 60 cm

Diese Werte sind Mindestmaße, keine Idealwerte – je mehr Fläche, desto besser.

Den richtigen Standort für das Nagarium wählen

Wähle für das Nagarium einen ruhigen, hellen Standort ohne direkte Sonne und ohne Zugluft. Hamster sind dämmerungs- und nachtaktiv und können deshalb tagsüber auch im Wohnzimmer stehen. Sobald dein Hamster abends aktiv wird, sollte es dort aber nicht dauerhaft laut zugehen.

Im Sommer solltest du die Raumtemperatur besonders im Blick behalten: Steigen die Temperaturen in der Wohnung deutlich über 25 °C, kann das für deinen Hamster schnell gefährlich werden und er kann einen Hitzschlag erleiden. Wie du deinen Hamster an heißen Tagen zusätzlich abkühlst, liest du in unserem Beitrag dazu.

Die richtige Einstreu für dein Hamstergehege

Eine tiefe Einstreuschicht ist die Grundlage jedes Hamstergeheges – nur so kann dein Hamster überhaupt graben. Verwende staubarme, unbehandelte Einstreu, die sich gut verdichten lässt und stabil bleibt. Als Faustregel gelten etwa 30 cm Einstreutiefe.

Diese Ausstattung braucht dein Nagarium

Die Erstausstattung kostet zunächst etwas, zahlt sich aber aus: Holzhäuser und Etagen werden von Hamstern in der Regel weder komplett zernagt noch stark verschmutzt und halten oft jahrelang. Möchtest du Einrichtungsgegenstände später für einen weiteren Hamster wiederverwenden, backe sie vorher bei rund 100 °C etwa 60 Minuten im Ofen aus. Höhere Temperaturen solltest du vermeiden, da das Holz sonst ankokelt.

Futter- und Wassernapf

Flache, standsichere Näpfe lassen sich leicht reinigen und eignen sich für Trocken- wie Frischfutter. Verteile einen Teil des Futters zusätzlich im Gehege, statt alles an einer Stelle anzubieten. So kann dein Hamster seiner natürlichen Sammelleidenschaft nachgehen. Auch Kräuter, Blätter, Kolbenhirse und Sonnenblumenköpfe eignen sich als Ergänzung.

Wasser bietest du am besten ebenfalls in einem standsicheren Napf an. Wechsle es täglich und reinige die Näpfe regelmäßig.

Laufrad

Beim Laufrad kommt es vor allem auf eines an: Dein Hamster muss mit geradem Rücken darin laufen können. Ist das Rad zu klein, läuft dein Hamster im Hohlkreuz, was langfristig zu Schmerzen führen kann.

  • Durchmesser: mindestens 25 cm für Zwerghamster, mindestens 27 cm für Mittelhamster – größer ist kein Problem

  • Lauffläche: durchgehend und geschlossen, ohne Sprossen oder Gitter, idealerweise mit Kork belegt

  • Bauweise: eine Seite komplett geschlossen, ohne Quetsch- oder Schergefahr beim Ein- und Aussteigen

  • Material: Holzlaufräder sind Standard, Kunststoff kann bei "Laufradpinklern" sinnvoll sein, solange die übrigen Kriterien erfüllt sind

Sandbad

Ein Sandbad mit Chinchillasand gehört zur Grundausstattung und dient vor allem der Fellpflege. Für Mittelhamster sollte die Schale mindestens 25 x 25 cm groß sein und rund 10 cm Füllhöhe bieten, da im Sand auch gegraben wird. Bei Roborowski-Zwerghamstern kann es sich lohnen, gleich ein Drittel der Gehegefläche als Sandbereich einzuplanen, da diese Art besonders gerne im Sand unterwegs ist.

Vogelsand solltest du meiden. Er enthält oft grobe Bestandteile, die das Fell beschädigen oder Verletzungen verursachen können.

Zusätzlich zum eigentlichen Sandbad kannst du weitere Buddelbereiche mit Maisspindelgranulat, Buchenhack, Moos, Torf oder Terrarienerde einrichten. Unterschiedliche Materialien sorgen für Abwechslung und geben deinem Hamster mehr zu erkunden.

Verstecke und Schlafmöglichkeiten

Ein Mehrkammerhaus mit mindestens zwei Kammern eignet sich gut als Schlaf- und Rückzugsort. Ergänze das Gehege mit Korkröhren, Heutunneln und weiteren Verstecken aus unbehandeltem Holz, Kork oder Naturmaterial.

Die Eingänge müssen groß genug sein, damit dein Hamster auch mit gefüllten Backentaschen problemlos hindurchpasst – als grobe Orientierung gelten etwa 5 cm für Zwerghamster und 7 cm für Mittelhamster.

Nistmaterial

Parfümfreies Toilettenpapier lässt sich in kleine Stücke reißen und eignet sich gut als Nistmaterial. Auch Kapokwolle wird häufig genutzt. Achte bei einer Kapokschote darauf, dass sie vollständig geöffnet ist, damit dein Hamster die Fasern selbst herauslösen kann.

Von handelsüblicher Hamsterwatte solltest du dagegen die Finger lassen: Die langen Fasern können sich um Gliedmaßen wickeln oder in den Backentaschen verfangen und Verletzungen verursachen.

Hamster-Nagarium sicher einrichten

  • Schwere Einrichtung sichern: Häuser, Sandbäder und Etagen gehören standsicher auf Stelzen oder einer stabilen Unterkonstruktion direkt auf dem Gehegeboden. So sinken sie nicht ab und kippen nicht um, wenn dein Hamster darunter gräbt.

  • Keine Gitterelemente im Innenraum: Verzichte im Gehege komplett auf Gitterflächen.

  • Sichere Abdeckung: Das Gehege braucht ausreichend Belüftung, darf aber keine Ausbruchstellen bieten. Prüfe besonders bei Zwerghamstern jede kleine Öffnung – sie schlüpfen erstaunlich leicht hindurch.

  • Freie Laufwege: Zwischen den Einrichtungsgegenständen sollten keine Lücken entstehen, in denen sich dein Hamster einklemmen oder hängen bleiben kann.

Hamstergehege reinigen und pflegen

Hamster sind sehr reinliche Tiere. Eine komplette Reinigung des Nagariums ist normalerweise nicht nötig. Kontrolliere stattdessen täglich Futter- und Wassernapf und entferne verschmutzte Stellen in der Einstreu punktuell, statt gleich das gesamte Gehege umzuräumen. Auch das Sandbad solltest du regelmäßig prüfen und bei Bedarf teilweise austauschen. Eine komplette Reinigung würde für deinen Hamster nur Stress bedeuten, weil dabei seine gewohnten Duftspuren verloren gehen.

Steht eine Teilreinigung an, behalte einen Teil der sauberen alten Einstreu zurück und mische ihn unter die neue. So bleiben vertraute Gerüche im Gehege erhalten.

Fazit: Das braucht ein gutes Hamstergehege

Ein artgerechtes Hamstergehege steht und fällt mit zwei Dingen: genug Grundfläche und einer tiefen Einstreuschicht zum Graben. Alles andere – Häuser, Laufrad, Sandbad, Verstecke – baust du darauf auf und richtest es so aus, dass dein Hamster sein Zuhause selbstständig erkunden kann.

Am Ende zeigt dir dein Hamster selbst, was er gerne mag: Beobachte, welche Ecken er bevorzugt und welche Verstecke er kaum nutzt, und pass die Einrichtung mit der Zeit entsprechend an.


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