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RHD/Chinaseuche beim Kaninchen – Symptome & Impfschutz

RHD/Chinaseuche beim Kaninchen – Symptome & Impfschutz

Der sogenannte „RHD“-Virus gilt als einer der gefährlichsten für Kaninchen und verläuft bei ungeimpften Tieren in fast allen Fällen tödlich. Wir erklären dir, was das Virus ist, welche Symptome typischerweise auftreten und welchen Impfschutz es gibt.


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Was ist RHD bei Kaninchen?

Der „RHD“-Erreger (Rabbit Haemorrhagic Disease) trat erstmals 1988 in Deutschland bei aus China exportierten Angorakaninchen auf. Mittlerweile gibt es neben dem klassischen Erregertyp auch die sogenannte „RHD2“-Variante aus Frankreich, an der auch geimpfte Tiere bereits gestorben sind. Typischerweise gilt das Virus als enorm widerstandsfähig, da es auch ohne Wirt rund sieben Monate überlebt und unempfindlich gegenüber Wettereinflüssen ist.

Übertragung des RHD-Virus: Wie ansteckend ist die Chinaseuche?

Für das RHD1- und das RHD2-Virus gibt es unterschiedliche Übertragungswege. Sie können entweder über den direkten Kontakt zwischen kranken und gesunden Tieren oder über infizierte Stechmücken und Fliegen (nur Typ 2) übertragen werden. Seltener überträgt sich RHD außerdem durch Flöhe, Milben, Zecken und andere Insekten, über verseuchte Gegenstände, Vögel oder kontaminiertes Futter bzw. Heu. Die Chinaseuche ist ausschließlich für Kaninchen gefährlich – weder Menschen, noch andere Nager können sich damit infizieren. Das größte Risiko für eine Erkrankung besteht bei Jungtieren und ausgewachsenen Kaninchen, aber auch bei Zucht- und Wildkaninchen.

RHD Symptome und Inkubationszeit: Wann bricht die Erkrankung aus?

Die Inkubationszeit für RHD und RHD2 beträgt typischerweise drei Tage bis mehrere Wochen. Typischerweise machen sich die Symptome erst kurz vor dem Tod der betroffenen Tiere bemerkbar, wodurch das Gefühl entsteht, dass die noch fitten Kaninchen quasi „aus dem Nichts“ versterben. Kurz vor dem Tod zeigen die betroffenen Tiere Symptome wie beispielsweise hohes Fieber, Apathie, Gelbsucht durch eine Leberentzündung, Verweigerung der Nahrungsaufnahme, Luftnot, Krämpfe, Durchfälle oder auch neurologische Auffälligkeiten. Jedes fünfte bis zehnte Tier zeigt außerdem einen blutigen Nasenausfluss.

Nach dem Auftreten des hohen Fiebers vergehen bis zum Tod typischerweise oft nur 12 bis 36 Stunden. Neben der akuten Verlaufsform gibt es auch schwächere Verläufe, die erst rund zwei Wochen nach der Ansteckung einsetzen und häufig eine deutlich bessere Überlebenschance bedeuten.

Kaninchenseuche behandeln: So sollten Halter vorgehen

Wenn du bei deinen Kaninchen einen RHD-Ausbruch vermutest, solltest du sofort handeln, um die anderen Tiere zu schützen. Folgende Maßnahmen können in diesem Zusammenhang hilfreich sein:

  • Siedele die überlebenden Kaninchen in einen separaten Käfig an einem neuen Ort um.

  • Stelle nach jedem Kontakt intensive Hygienemaßnahmen sicher – auch bei allen Gegenständen. Hilfreich sind hier ausschließlich viruzid wirksame Desinfektionsmittel.

  • In Einzelfällen hilft es, leberstärkende Präparate und Medikamente zu verabreichen.

  • Begleitend kannst du Meerrettich verfüttern, indem du diesen beispielsweise in kleinen Mengen in geriebene Äpfel mischst.

  • Überprüfe das Futter und schütze die Kaninchen mithilfe von Fliegengitter vor Fliegen und Mücken.

  • Wenn ein Tier verstorben ist, darf es nicht im Garten begraben werden, da das Virus dann noch Jahre überleben kann. Wenn du dir unsicher bist, ob es wirklich RHD war, sollte der Tierarzt eine Obduktion durchführen.

  • Da sich überlebende Tiere leider erneut infizieren können, sollten sie mit einem RHD2-Impfstoff geimpft werden. Da überlebende Tiere noch einige Wochen oder Monate ansteckend sind, sollten vorübergehend keine neuen Tiere angeschafft werden.

Diagnose der Chinaseuche: Wie wird die Erkrankung festgestellt?

Wenn du den Verdacht hast, dass sich eines oder mehrere deiner Kaninchen mit einer „RHD“-Variante angesteckt haben könnten, solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann mithilfe einer Blutprobe den Erreger nachweisen. In den meisten Fällen wird die Erkrankung durch ihren schnellen Verlauf allerdings erst nach dem Tod festgestellt. Noch lebende Kaninchen erhalten, je nach Gesundheitszustand, eine Not-Impfung, Flüssigkeitsinfusionen und Medikamente. Dennoch ist die Prognose aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate bei ungeimpften Tieren leider schlecht.

Impfschutz gegen die Chinaseuche bei Kaninchen: Wie sicher ist er?

Die Impfstoffe gegen RHD haben eine Schutzwirkung von rund 98 Prozent. Es kommt äußerst selten vor, dass geimpfte Tiere an der Kaninchenseuche versterben. Sofern das passiert, solltest du den Todesfall oder die Todesfälle unbedingt dem Impfstoffhersteller und dem Paul-Ehrlich-Institut melden. Es ist bei anderen Impfungen leider möglich, dass Tiere mit einem geschwächten Immunsystem keinen ausreichenden Impfschutz aufbauen. Auch Tiere mit parasitärem Befall oder unentdeckten Krankheiten sind mitunter trotz Impfung nicht ausreichend immun. Auch eine Unterbrechung der Kühlkette oder ein Impfstoff, dessen Haltbarkeitsdatum überschritten wurde, führen dazu, dass Kaninchen trotz Impfung erkranken.

Prävention: Lässt sich eine Ansteckung mit der Chinaseuche verhindern?

Eine Ansteckung mit der Chinaseuche lässt sich in den meisten Fällen mit einer gut verträglichen Schutzimpfung verhindern. Hierbei stehen verschiedene Impfstoffe gegen einen oder beide Erregertypen zur Verfügung, darunter auch Kombiimpfstoffe.

Es wird empfohlen, bereits Jungtiere gegen die Chinaseuche zu impfen. Es dauert rund eine Woche, bis die Schutzwirkung einsetzt. Die Impfung gegen die Chinaseuche hält nicht lebenslang, sondern muss alle sechs Monate aufgefrischt werden.

Weitere Schutzmaßnahmen können wie folgt aussehen:

  • Wenige Wechsel von neuen Kaninchen

  • Kein Kontakt zu Hasen und Wildkaninchen

  • Quarantäne von mehreren Wochen bei einer Vergesellschaftung einhalten

  • Fliegengitter und Fliegenschutzmaßnahmen anwenden

  • Hygienemaßnahmen wie Händewaschen einhalten

Fazit: Die Chinaseuche bei Kaninchen

Die Chinaseuche, die als „RHD“-Virus bekannt ist, gehört zu den tödlichsten Erkrankungen für Kaninchen und überträgt sich direkt über den Kontakt mit Artgenossen und indirekt über verunreinigtes Futter, Einrichtungsgegenstände oder Insekten wie Stechmücken und Fliegen. Typisch für die Krankheit sind eine sehr schnelle Verlaufsform und Symptome wie hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Durchfälle und blutiger Nasenausfluss. Viele Tiere verenden nach nur wenigen Stunden bis Tagen. Die wichtigste Maßnahme, um deine Kaninchen zu schützen, besteht in der Schutzimpfung, die alle sechs Monate aufgefrischt werden sollte.

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