Was fressen Meerschweinchen? Futterliste und Ernährungstipps
Eine artgerechte Ernährung für Meerschweinchen ist sehr wichtig. Schließlich trägt die richtige Ernährung dazu bei, dass die Nager gesund bleiben und weniger anfällig für Erkrankungen sind. In diesem Artikel findest du alle wichtigen Ernährungsgewohnheiten, die für deine Meerschweinchen wichtig sind.
Was fressen Meerschweinchen in freier Wildbahn?
Meerschweinchen gehören zur sogenannten Gruppe der „Herbivoren“, die sich in freier Wildbahn überwiegend von Blättern, Gräsern, Kräutern und Gemüse ernähren. Dort leben sie in den Anden, etwa auf 4.200 Meter hoch gelegenen Gräsern. Nicht selten sind Meerschweinchen stundenlang unterwegs und knabbern alles an, was ihnen zwischen die Beißer kommt. Jedoch stehen Hafer, Gerste, Roggen oder andere Getreideprodukte, die in so manchen Billigfutter-Produkten enthalten sind, nicht auf dem natürlichen Speiseplan von Meerschweinchen.
Was passiert, wenn Meerschweinchen falsch ernährt werden?
Eine falsche Ernährungsweise kann fatale Folgen für Meerschweinchen haben und sollte deshalb unbedingt vermieden werden. Sollten die Nager beispielsweise ungeeignetes Fertigfutter mit Getreide bekommen, so wirkt sich das auf ihre Zähne aus: Da sie weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme benötigen, werden ihre Zähne nicht mehr so stark abgenutzt. Dadurch ist nicht nur das natürliche Wachstum beeinträchtigt, sondern es entstehen neben Zahlfehlstellungen auch gravierende Wunden im Mund oder gar Abszesse, die tödlich enden können.
Auch die Verdauung ist von einer falschen Ernährungsweise betroffen. Durch den sogenannten großen „Stopfmagen“ gelangt die Nahrung nicht sofort aktiv in den Darm, sondern erst dann, wenn neues Futter „nachgeschoben“ wird. Füttert man Getreide, dann nimmt die Futtermenge ab, es kommt weniger Nachschub im Magen an, sodass der Verdauungstrakt der Nager leidet.
Futter für Meerschweinchen: So sieht die richtige Ernährung aus
Das Grundnahrungsmittel für Meerschweinchen ist Heu, das den Nagern – ebenso wie frisches Wasser – täglich rund um die Uhr zur Verfügung stehen sollte. Darüber hinaus sollten die Meerschweinchen zweimal am Tag Grün- und Nassfutter bekommen. Hierbei ist vor allem auf eine ausreichende Zufuhr an Vitamin C zu achten. Es ist wichtig, dass die Tiere an jedes Grünfutter zunächst in kleinen Mengen gewöhnt werden.
Achtung: Die ideale „Futterzusammensetzung“ für Meerschweinchen besteht zu 70 Prozent aus Blattgrün, Gräsern und Kräutern, zu 20 Prozent aus Gemüse, 10 Prozent Obst sowie immer verfügbarem Heu.
Heu: Achte darauf, dass das Heu immer frisch ist. Du kannst es in einer sogenannten Heuraufe anbieten und solltest es nicht einfach so in den Käfig werfen, da es ansonsten mit Fäkalien in Kontakt kommen kann. Reste, welche die Meerschweinchen nicht vertilgt haben, solltest du zeitnah entsorgen, damit das Heu nicht vergammelt und schimmelig wird. Frisches, gutes Heu erkennst du an einem gut duftenden, nicht zu holzigen Geruch.
Gräser: Der Speiseplan deiner Meerschweinchen sollte möglichst abwechslungsreich sein, weshalb auch Gräser das Futter ergänzen sollten. Eine gute Idee ist es, diese frisch selbst zu pflücken. Wenn du das tust, solltest du allerdings darauf achten, nicht dort zu pflücken, wo die Gräser mit Pestiziden belastet sein könnten – etwa an Äckern, Straßenrändern oder auf Grünflächen, wo Hunde ihre Hinterlassenschaften verrichten. Weiche lieber auf naturbelassene Wiesen aus oder baue dein Grünzeug selbst in geeigneten Beeten auf dem Balkon oder im Garten an.
Zweige und Äste: Damit deine Meerschweinchen ihre Zähne artgerecht abreiben können, solltest du ihnen Zweige und Äste aus Wald und Wiesen anbieten. Täglich dürfen beispielsweise Zweige oder Äste von Apfel- oder Birnenbäumen vorhanden sein. Selten kannst du Äste von Fichten, Heidelbeerbüschen oder Kiefern anbieten, da sie viele ätherische Öle enthalten. Stark harntreibend wirken die Blätter von Birken und Linden, sodass sie ebenfalls nur selten angeboten werden sollten. Aufgrund von Oxal- und Gerbsäuren eignen sich auch Buchen- und Weidenblätter nicht zur täglichen Fütterung.
Über diese Gräser und Kräuter freuen sich deine Meerschweinchen:
Basilikum (appetitanregend, krampflösend)
Birkenblätter (entwässernd, entgiftend)
Brennnessel (entschlackend, verdauungsfördernd)
Brombeerblätter (schleimlösend, auch bei Durchfall)
Dill (krampflösend, beruhigend)
Estragon (entkrampfend, verdauungsfördernd)
Frauenmantel (entzündungshemmend, blutreinigend)
Gänseblümchen (regt Stoffwechsel an, lindert Schmerzen)
Hibiskus (löst Krämpfe, harntreibend)
Hopfenblüten (beruhigend, appetitanregend)
Johanniskraut (bei Unruhe und Nervosität)
Kamillenblüten (entzündungshemmend)
Koriander (entblähend und entkrampfend, bei leichten Durchfällen)
Kresse (in geringen Mengen)
Liebstöckel (nicht bei trächtigen Tieren anwenden)
Löwenzahn (blutreinigend, entschlackend)
Mariendistel (reinigt die Leber, reguliert die Verdauung)
Melisse (beruhigend)
Minze (desinfizierend, blutreinigend, nicht bei trächtigen Tieren anwenden)
Oregano (bei Verdauungs- und Atemwegsbeschwerden)
Pfefferminze (löst Schleim, entzündungshemmend)
Ringelblumenblüten
Schafgarbe (wehenfördernd)
Thymian (hustenstillend)
Weidenblätter (in kleinen Mengen)
Zitronenmelisse (antibakteriell und schmerzstillend)
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Diese Obstsorten dürfen Meerschweinchen fressen
Obstsorten sollten Meerschweinchen nur in Maßen – bestenfalls als Leckerlis – bekommen. Denn der hohe Fruchtzuckergehalt ist in großen Mengen nicht gesund für die Tiere. Geeignet sind beispielsweise diese hier:
Ananas: Frische und geschälte Ananas dürfen Meerschweinchen ab und zu als Leckerli genießen.
Apfel: Geschälte Äpfel sind als leckerer Snack erlaubt.
Bananen: Bananen bitte nur ohne Schale. Sie stopfen und können in großen Mengen Verdauungsbeschwerden verursachen.
Birnen: In geringen Mengen aufgrund des hohen Fruchtzuckergehalts in Ordnung.
Rote Beeren: Rote Beeren wie Erd-, Heidel- und Johannisbeeren sind in kleinen Mengen erlaubt.
Kirschen: Kirsche nur ohne Kerne, keine Tollkirschen verfüttern.
Kiwi: Kiwis sollen beim Fellwechsel unterstützen. Bitte nur ohne Schale anbieten.
Melonen: Honig- und Wassermelonen sind vor allem in der warmen Jahreszeit geschält und entkernt ein kühler, leckerer Snack für die Tiere.
Diese Gemüsesorten dürfen Meerschweinchen fressen
Glücklicherweise ist die Anzahl an Gemüsesorten, die für Meerschweinchen geeignet sind, groß. Folgende Gemüsesorten kannst du den Nagern unbedenklich anbieten:
Blattspinat: Meerschweinchen vertragen Blattspinat und dürfen das beliebte Futtermittel fressen. Am besten immer in einer Mischung mit weiteren Gemüsesorten anbieten.
Blumenkohl: Den gesunden Blumenkohl mitsamt Blättern und Strunk vertragen Meerschweinchen gut. Aber: Kohlgemüse kann Gase bilden und blähend wirken, daher solltest du den Blumenkohl langsam und in kleinen Mengen anfüttern.
Brokkoli: Meerschweinchen mögen Brokkoli, den du gerne täglich in kleinen Mengen verfüttern kannst. Der hohe Vitamin-C-Gehalt stärkt die Abwehrkräfte der Meerlis. Achtung: Kohlgewächs, kann blähend wirken, daher langsam und in kleinen Mengen anbieten.
Chicorée: Beim Chicorée solltest du die äußeren Blätter entfernen, kannst ihn aber ansonsten als blattreiches Futter sehr gut verfüttern. Von den Bitterstoffen profitieren auch Tiere, die krank sind oder eine empfindliche Verdauung haben. Nicht überfüttern, da zu viel Chicorée Blähungen und Durchfälle bei Meerschweinchen auslösen kann.
Chinakohl: Chinakohl dürfen Meerschweinchen in Maßen fressen. Als Kohlgewächs langsam anfüttern, Vorsicht bei Gasen und Durchfall.
Eisbergsalat: Meerschweinchen dürfen Eisbergsalat in Maßen fressen. Vorsicht, wirkt aufblähend! Vor der Gabe waschen und die äußeren Blätter entfernen.
Endivie: Endivie stabilisiert mit seinen Bitterstoffen die Verdauung. Gut verträglich, kann hauptsächlichen Bestandteil des Grünfutters ausmachen. Aber Achtung: regt den Appetit an und wirkt leicht galle- und harntreibend.
Feldsalat: ideales Winterfutter, gut verträglich.
Fenchel: Fenchel ist vitaminreich und tut allen Meerschweinchen, vor allem denen mit Verdauungsbeschwerden, gut. Das Fenchelgrün kannst du in großen Mengen anbieten, den Fenchel selbst eher in kleinen Mengen. Kann bei Überfütterung ansonsten den Urin rot färben, was aber unbedenklich ist.
Grünkohl: Grünkohl eignet sich ideal als Futtermittel im Winter für die Außenhaltung. Das Kohlgewächs ist sehr vitaminreich, sollte aber wie alle Kohlsorten aufgrund der blähenden Wirkung in Maßen angeboten werden.
Gurke: Gurken solltest du nur geschält anbieten, da die Schalen oft mit Schadstoffen belastet sind. Meerschweinchen dürfen Gurken fressen, aber nicht zu viel, da sie sonst davon Durchfall bekommen.
Karotten und Möhren: Karotten sind ein ausgezeichnetes Winterfutter und für Meerschweinchen verträglich. Sie können den Urin verfärben, was aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich ist. Auch das Karottengrün kannst du anbieten.
Kohlrabi: Meerschweinchen vertragen Kohlrabi in kleinen Mengen. Achtung Kohlgewächs, kann zu Blähungen und Gasen im Darm führen.
Kürbis: Meerschweinchen dürfen Kürbis in kleinen Mengen fressen. Vor allem im Herbst und Winter bietet sich dieses Futter an. Mit Ausnahme von Zierkürbissen eignen sich alle Sorten, die du bitte vorher schälst und entkernst.
Paprika: Auch Paprika dürfen, sofern sie entkernt und vom Strunk befreit sind, von Meerschweinchen gefressen werden. Sie enthalten sehr viel Vitamin C. Manche Meerschweinchen lieben Paprika, andere mögen das Gemüse eher weniger.
Pastinake: Pastinaken sind gut verträglich, tolles Wintergemüse und verdauungsfördernd. Neben vielen Vitaminen sind sie allerdings kalorienreich.
Petersilienwurzel: Die kalorien- und vitaminreichen Petersilienwurzeln sind ideales Winterfutter, sollten aber nur in kleinen Mengen verfüttert werden.
Radieschenblätter: Radieschenblätter dürfen Meerschweinchen fressen, die scharfen Radieschen selbst jedoch nicht. Sie können die Atemwege reizen und sollten deshalb nicht verfüttert werden.
Romanasalat: Romanasalat ist für Meerschweinchen gut verträglich. Bitte gewaschen und ohne die äußeren Blätter anbieten.
Rosen- und Rotkohl: In Maßen gut verträglich, wirken als Kohlgewächse blähend.
Rote Beete: Geschälte Rote Beete dürfen Meerschweinchen in geringen Mengen fressen. Auch die Blätter eignen sich zum Verzehr.
Sellerie: Meerschweinchen dürfen Sellerie fressen. Stangensellerie vertragen sie sehr gut. Auch als Winterfutter geeignet. Knollensellerie liefert im Winter wertvolle Vitamine. Solange die Schale keine faulen Stellen hat, musst du das Gemüse nicht geschält anbieten.
Spargel: Spargel wirkt harntreibend, darf aber in geringen Mengen angeboten werden.
Süßkartoffeln: Im Gegensatz zu normalen Kartoffeln dürfen Meerschweinchen Süßkartoffeln fressen. Diese gelten als gesundes Kraftfutter, sollten aber ansonsten nur in geringen Mengen verfüttert werden.
Tomaten: Die grünen Bestandteile der Tomate dürfen Meerschweinchen nicht fressen. Ansonsten gut verträglich und sehr wasserreiches Gemüse.
Topinambur: Topinambur darf als gesamte Pflanze verfüttert werden, sprich: Die Meerschweinchen vertragen die Blüten und Knollen. Gesundes Kraftfutter, Knollen bitte nur selten anbieten.
Wirsing: Abgesehen von den äußeren Blättern dürfen Meerschweinchen Wirsing fressen. Gehört zu den blähenden Kohlsorten, daher nur in Maßen anbieten.
Zucchini: Zucchini wird relativ gut vertragen und darf angeboten werden.
Welches Gemüse und Obst dürfen Meerschweinchen nicht fressen?
Einige Gemüsesorten sind für Meerschweinchen ungeeignet. Diese gehören dazu:
Artischocken
Auberginen
Avocados (giftig)
Bärlauch
Bohnen
Brokkoli
Chilli
Erbsen
Grünkohl
Kartoffeln (schwer verdaulich)
Knoblauch (zu scharf)
Oliven
Mangold
Mais (zu viele Kohlenhydrate)
Meerrettich
Porree (Lauch)
Pilze
Radieschen
Rettich
Schalotten
Schnittlauch
Welche Lebensmittel sind für Meerschweinchen verboten?
Ein paar weitere Nahrungsmittel sollten Meerschweinchen auf keinen Fall fressen. Dazu gehören:
Meerschweinchenfutter auf Müslibasis
Süße Leckerlis für Menschen wie Schokolade, Chips und Kekse
Brot, Nudeln und weitere Beilagen
giftige Blumen (Butterblumen, Narzissen, Mohnblumen…)
Nüsse und Samen
Weitere Tipps zur richtigen Fütterung von Meerschweinchen
Achte darauf, kein allzu kalorienreiches Futter anzubieten. Denn energiereiches Futter kann auf Dauer zu Übergewicht führen, weshalb es sinnvoll sein kann, auf Trockenfutter zu verzichten.
Behalte die Trink- und Essgewohnheiten deiner Tiere immer im Blick. Passe, wenn nötig, die Futtermengen an, falls deine Meerschweinchen ungewöhnlich viel oder wenig fressen. Sollten deine Meerlis ungewöhnliche Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung oder vollkommene Appetitlosigkeit zeigen, dann könnten sie ernsthaft krank sein – gehe zeitnah mit ihnen zum Tierarzt.
Meerschweinchen fressen quasi ununterbrochen, im Schnitt alle 15 bis 20 Minuten. Deshalb brauchst du, im Gegensatz zu anderen Tieren, keine festen „Fütterungszeiten“ einhalten. Stelle einfach sicher, dass die Meerlis ausreichend Heu im Gehege haben.
Im Winter kann es sinnvoll sein, den Meerschweinchen verstärkt Blattgemüse anzubieten. Salate und Knollengemüse eignen sich durch ihren hohen Vitamin-C-Gehalt ebenso gut wie kräuterreiches Heu.
Meerschweinchen dürfen keinesfalls Kaninchenfutter bekommen. Es enthält nicht den erforderlichen Gehalt an Vitamin C, den Meerschweinchen brauchen, da sie das Vitamin nicht selbst bilden können.
Gelegentlich darfst du deinen Meerschweinchen Leckerlis anbieten. Dazu gehören etwa getreidefreie Knabberstangen, Erbsenflocken oder auch ein Stück Obst.
Fazit: Meerschweinchen artgerecht füttern
Bei der Fütterung von Meerschweinchen solltest du einiges beachten, damit es den putzigen Kleintieren weiterhin gut geht. Stelle eine ausgewogene Ernährung sicher und versorge deine Meerschweinchen, die über den Tag mehrere Portionen verteilt fressen, jederzeit mit hochwertigem, trockenem Heu und frischem Trinkwasser. Trockenfutter, Drops und Getreide brauchen deine Meerschweinchen nicht, da sie dies in der freien Wildbahn auch nicht fressen. Biete ihnen stattdessen zusätzlich zur Heuversorgung frische Gräser und Kräuter an. Für den natürlichen Zahnabrieb sollten im Meerschweinchen-Käfig darüber hinaus frische Äste, Blätter und Zweige vorhanden sein. Als Vegetarier benötigen deine Meerschweinchen obendrein frisches Grünzeug, bestehend aus den Obst- und Gemüsesorten, die für sie „erlaubt“ und bekömmlich sind. Für den Fall, dass aus bestimmten Gründen mal eine Futterumstellung ansteht, solltest du langsam und bedächtig vorgehen, da Meerschweinchen eine empfindliche Verdauung haben und selbst auf kleine Veränderungen bereits mit Durchfällen reagieren können.

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