Wie alt werden Kaninchen?
Die Lebenserwartung von Kaninchen hängt von zahlreichen Faktoren ab. Sofern die Tiere artgerecht gehalten werden, können sie zwischen sechs und vierzehn Jahre alt werden. In diesem Beitrag erfährst du, welche Faktoren die Lebenserwartung der Kaninchen beeinflussen und wie es gelingen kann, einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung der Kaninchen zu nehmen.
Diese Faktoren wirken sich auf die Lebenserwartung von Kaninchen aus
Ernährung
Eine artgerechte Ernährungsweise kann die Lebenserwartung von Kaninchen erhöhen. Ein vielfältiges Angebot von Frisch- und Grünfutter aus Gräsern, Blättern, Kräutern, Gemüse und Obst sorgt dafür, dass die Langohren länger fit und gesund bleiben. Da die Tiere rund um die Uhr kleinere Portionen zu sich nehmen, solltest du das Futter über den Tag verteilen und ihnen Heu und Grünfutter in ausreichenden Mengen bereitstellen. Um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, darf außerdem Wasser nicht fehlen.
Bewegung
Damit die Nager lange gesund bleiben, benötigen sie ein ausreichendes Maß an Bewegung. Dafür bietest du ihnen bestenfalls nicht nur ein ausreichend großes Gehege, sondern auch viel Auslauf im Freien oder an der frischen Luft an. In der Innenhaltung solltest du deinen Kaninchen einen angeschlossenen Freilauf bieten, zu dem sie Tag und Nacht Zugang haben sollten.
Rasse
Auch die Rasse kann sich auf das Alter auswirken. Gemeinhin werden kleinere Kaninchen älter als ihre großen Artgenossen. So können Zwergkaninchen wie Farbenzwerge also durchaus 12 Jahre oder älter werden, während Riesen oft nur sieben bis acht Jahre alt werden.
Tierärztliche Check-ups
Kaninchen, die regelmäßig Check-ups beim Tierarzt bekommen, werden meistens älter als Tiere, die keine gute medizinische Versorgung bekommen. Allerdings solltest du dich nach einem Tierarzt umsehen, der sich gut mit der Haltung von Kleintieren auskennt oder der sogar auf Kaninchen spezialisiert ist. Bedenke, dass Kaninchen sehr lange still vor sich hin leiden können, auch wenn es ihnen nicht gut geht. Solltest du also Anzeichen einer Verhaltensänderung, etwa Durchfall, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Apathie oder Fellveränderungen beobachten, solltest du die Warnzeichen ernst nehmen und lieber einmal mehr zum Tierarzt gehen. Begleitend dazu bietet es sich an, einmal pro Woche einen eigenen Check-up durchzuführen und dir Nase, Augen, Ohren, Krallen, die Afterregion und die Zähne deiner Kaninchen genauer anzusehen.
Sicherheit
Achte bei deinen Kaninchen in Außenhaltung darauf, dass sie jederzeit vor Fressfeinden geschützt sind. Auch bei einer reinen Wohnungshaltung solltest du auf Gefahrenquellen wie beispielsweise Kabel achten und deine eigenen vier Wände „kaninchensicher“ gestalten.
Impfungen
Bestimmte Krankheiten wie beispielsweise die Chinapest sind für Kaninchen sehr gefährlich. Daher sind Impfungen das A und O, damit die Langohren lange gesund bleiben.
Stressfaktoren meiden
Auch die seelische Gesundheit ist für Kaninchen entscheidend. Tiere, die ein ruhiges Leben haben und wenig Stress erleben, werden älter. Dabei solltest du nicht vergessen, dass Kaninchen Fluchttiere sind und von Natur aus sehr schreckhaft agieren. Lege daher im Umgang mit den Nagern eine gesunde Vorsicht und Achtsamkeit an den Tag – viele Tiere mögen es nicht, hochgehoben zu werden. Bringe deinen Kindern bestenfalls auch bei, den Kaninchen nicht spielerisch hinterherzulaufen, da sie dies erschreckt. Nähere dich deinen Kaninchen lieber vorsichtig und setz dich auf den Boden, sodass sie, wenn sie neugierig sind, selbst darüber entscheiden, ob und wann sie zu dir hinhoppeln möchten.
Hygiene
Ebenso wie wir Menschen wollen Kaninchen nicht im Dreck hausen. Eine gute Hygiene im Stall und in der Umgebung sind wichtig, damit sich Keime nicht vermehren und Bakterien und Viren keine Chance haben, sich zu verbreiten. Achte daher darauf, Futterreste täglich zu entfernen und auch die Kaninchentoilette jeden Tag sauber zu machen. Mindestens einmal wöchentlich solltest du zudem das Gehege einmal komplett reinigen.
Artgerechte Haltung
Eine artgerechte Haltung mit ausreichend Platz im Gehege, ein ruhiger Standort und eine harmonische Gruppe aus mindestens zwei Tieren wirken sich positiv auf die Lebenserwartung aus. Noch besser sind größere Gruppen, da die Nager in der freien Natur in Kolonien zusammenleben und die Wärme und den Schutz ihrer Artgenossen brauchen, um sich zu entfalten.
Ab welcher Lebenserwartung gelten Kaninchen als alt?
Ab einem Lebensalter von sechs bis acht Jahren gehören Kaninchen so langsam zu den alten Nagern, die in regelmäßigen Abständen routinemäßig beim Tierarzt untersucht werden sollten. Je älter die Tiere werden, desto weniger aktiv werden sie und desto anfälliger sind sie auch für Krankheiten.
Leben Wildkaninchen kürzer oder länger als Hauskaninchen?
Kaninchen, die in der freien Wildbahn leben, erreichen meistens kein so hohes Lebensalter wie Hauskaninchen. Sie werden durchschnittlich nur ein bis zwei Jahre alt, was etwa zehn bis 20 Menschenjahren entspricht.
Das Alter eins Kaninchens bestimmen – geht das?
Kaninchen sieht man auf den ersten Blick zwar nicht an, wie alt sie eigentlich sind, aber es gibt dennoch ein paar kleine Anzeichen, die darauf hindeuten, ob ein Tier bereits „betagter“ ist oder nicht: graue Härchen, weniger Muskelmasse oder auch trüberes Fell. Zudem brauchen ältere Kaninchen häufiger Ruhepausen und flitzen nicht mehr unentwegt umher wie junge Artgenossen. Wenn du das Alter deiner Kaninchen genauer bestimmen willst, kannst du dich an den allgemeinen Lebensphasen der Tiere orientieren: Kaninchen, die jünger als zehn Monate sind, gelten als Babys. Ab dem zehnten Monat gelten die Tiere als heranwachsend. Mit etwa zwei bis drei Jahren sind Kaninchen dann „erwachsen“ und ab einem Alter von ungefähr sechs Jahren gelten sie als Senioren.
Fazit: Wie alt werden Kaninchen?
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Kaninchen beträgt zwischen acht und zwölf Jahren. Sie kann je nach Rasse, Ernährungsweise und Gesundheitszustand deutlich kürzer oder länger ausfallen. Damit deine Tiere ein langes und gesundes Leben haben, solltest du sie artgerecht füttern, ihnen viel Freiraum und Beschäftigungsmöglichkeiten bieten und sie mit anderen Artgenossen zusammenleben lassen.
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