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Wie ernähre ich meinen Hund richtig?

Wie ernähre ich meinen Hund richtig?

Hoher Anteil an Proteinen? Pflanzliche Erzeugnisse, die den Stoffwechsel fördern? Dazu Reis statt Weizen? Hunde sollten in erster Linie bedarfsgerecht ernährt werden. Dabei ist es besonders wichtig, Hunde mit einem hohen Leistungsanspruch, z. B. Schlitten- oder Rennhunde, oder trächtige bzw. säugende Hündinnen energiereich zu ernähren.

Aktive Hunde, insbesondere auch Welpen, haben im Verhältnis einen höheren Energiebedarf als Hunde im Rentenalter bzw. die Vierbeiner, die den ganzen Tag das Sofa bewachen. Die Qualität der Inhaltsstoffe entscheidet, wie der Hund das Futter in Energie umwandeln kann und wie seine Kondition, Darmgesundheit und sein Stoffwechsel damit grundlegend unterstützt werden. 

Bei der Zusammensetzung des Futters spielen verschiedene Nährstoffe eine Rolle. Dazu gehören unter anderem Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe. Entscheidend ist dabei nicht, dass ein einzelner Bestandteil besonders hoch dosiert ist, sondern dass die gesamte Ration den Bedarf des Hundes abdeckt. Ein besonders hoher Proteingehalt ist deshalb nicht automatisch ein Zeichen für besseres Futter.

Grundsätzlich sollte als Basis immer ein hochwertiges Futter verwendet werden. Hiermit ist aber nicht gemeint "teuer ist gleich gut" oder "die schönste und bunteste Tüte gewinnt". Man sollte sich die Zeit nehmen, das Hundefutter auf Basis der Inhaltsstoffe zu vergleichen und siehe da… man wird bemerken, günstiger Preis oder unbekannter Hersteller ist nicht gleich schlecht, sondern das ein oder andere Hundefutter durchaus mit den teuren Markenprodukten vergleichbar oder sogar besser.

Wichtig ist dabei auch die Unterscheidung zwischen Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel. Ein Alleinfuttermittel ist dafür vorgesehen, den täglichen Nährstoffbedarf eines Hundes bei alleiniger Fütterung zu decken. Ein Ergänzungsfuttermittel reicht dafür nicht aus und wird zusammen mit anderen Futtermitteln eingesetzt. Auch Snacks, Kauartikel und verschiedene Zusätze können zu den Ergänzungsfuttermitteln gehören.


Meine beiden Hunde Trixi, eine Jack Russel Dame mit stolzen 16 Jahren, und Hera, eine Deutsche Dogge mit fast 10 Jahren, bekommen Hundetrockenfutter bzw. kaltgepresstes Hundefutter und wenn mal etwas vom Tisch übrig bleibt, freuen sich meine beiden Lieblinge umso mehr - auch wenn das die meisten nicht hören möchten. Sie erfreuen sich trotz der ganz natürlichen, typischen Alterserscheinungen bester Gesundheit und der letzte Check beim Tierarzt ergab keine Auffälligkeiten trotz des entsprechenden Alters. Das soll aber nicht bedeuten, dass mein Weg der Richtige ist. Oftmals ist die Entscheidung, welches Hundefutter gekauft wird, eine Glaubensfrage - beeinflusst von bunten Bildchen. Hundefütterung beruht meist nicht mehr auf einer individuellen Entscheidung. Eine wichtige Regel ist es, sich über die richtige Ernährung seines Hundes zu informieren.

Nico Schirmer
[Gründer von Mr. Crumble]


Bei Leckerlis und Essensresten sollte allerdings auch die Menge der gesamten Tagesration im Blick behalten werden. Sie kommen zusätzlich zum normalen Futter dazu und können damit die tägliche Energieaufnahme erhöhen. Gerade bei Hunden, die schnell zunehmen, lohnt es sich deshalb, Snacks und kleine Belohnungen bei der Futtermenge mit einzurechnen. Für die tägliche Belohnung können beispielsweise passende Hundesnacks verwendet werden.

Wie viel Futter braucht mein Hund?

Grundsätzlich kann es aber durch die individuellen Eigenschaften von Hund und Halter keine fest geregelten Mengen geben, sondern nur Empfehlungen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass der einfachste Weg einen Hund zu ernähren, der mit der Vollkost ist. Diese Rationen sollten individuell rassen- und altersspezifisch sowie nach Leistungsanspruch gereicht werden.

Auch die Angaben auf der Verpackung sind deshalb nicht mehr als ein Ausgangspunkt. Wie viel ein Hund tatsächlich benötigt, hängt unter anderem von Größe, Alter, Aktivität und individuellem Stoffwechsel ab. Entscheidend ist letztlich auch, wie sich Gewicht und Körperzustand entwickeln. Nimmt ein Hund trotz ausreichender Bewegung zu, sollte die Futtermenge entsprechend angepasst werden. Wird er dagegen immer dünner, kann eine höhere Energiezufuhr notwendig sein.

Regelmäßiges Wiegen hilft dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Besonders bei Welpen, Senioren und Hunden mit stark schwankender Aktivität kann sich der Bedarf verändern.

Welches Futter ist für meinen Hund geeignet?

Ob Trockenfutter, Nassfutter oder eine Kombination aus beidem gefüttert wird, ist zunächst eine Frage der individuellen Vorlieben und Verträglichkeit. Mit beiden Fütterungsarten kann ein Hund bedarfsgerecht ernährt werden, sofern das gewählte Futter als Alleinfuttermittel geeignet ist. Bei einer Kombination muss allerdings berücksichtigt werden, dass Nass- und Trockenfutter unterschiedliche Energiegehalte haben.

Auch bei Trockenfutter sollte immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. Das gilt selbstverständlich auch bei Nassfutter. Der höhere Wassergehalt von Nassfutter bedeutet nicht, dass bei dieser Fütterungsart auf einen zusätzlichen Wassernapf verzichtet werden sollte.

Was muss ich bei Welpen und älteren Hunden beachten?

Welpen haben andere Ernährungsbedürfnisse als ausgewachsene Hunde. Sie befinden sich im Wachstum und benötigen deshalb spezielles Futter, das auf ihre jeweilige Entwicklungsphase abgestimmt ist. Gerade bei großen und sehr großen Hunderassen sollte auf eine kontrollierte Entwicklung geachtet werden. Ein Welpenfutter sollte deshalb zum Alter und zur erwarteten Größe des Hundes passen.

Auch beim Senior verändert sich der Bedarf. Ältere Hunde bewegen sich häufig weniger und können dadurch leichter zunehmen. Andere Senioren verlieren dagegen Gewicht oder Muskelmasse und benötigen eine angepasste Ernährung. Deshalb gibt es nicht automatisch den einen Zeitpunkt, an dem jeder Hund auf Seniorfutter umgestellt werden muss. Größe, Aktivität und gesundheitlicher Zustand spielen ebenfalls eine Rolle.

Bei trächtigen oder säugenden Hündinnen sowie bei Hunden mit sehr hoher körperlicher Leistung kann der Energie- und Nährstoffbedarf ebenfalls deutlich verändert sein. Hier sollte die Fütterung gezielt an die jeweilige Situation angepasst werden.

Ist BARF für Hunde geeignet?

Neben Fertigfutter entscheiden sich manche Hundehalter für BARF oder selbst zusammengestellte Rationen. Auch damit kann grundsätzlich eine bedarfsgerechte Ernährung möglich sein. Allerdings reicht es nicht aus, Fleisch, Gemüse und andere Bestandteile nach Gefühl miteinander zu kombinieren.

Bei selbst zusammengestellten Rationen besteht das Risiko, dass bestimmte Nährstoffe fehlen oder in zu großen Mengen enthalten sind. Das betrifft beispielsweise Calcium, Phosphor, Jod sowie verschiedene Vitamine und Spurenelemente. Gerade bei Welpen und während der Trächtigkeit oder Säugezeit können Fehler bei der Rationszusammenstellung problematisch sein.

Wer seinen Hund dauerhaft BARF oder selbst zusammengestellte Rationen füttern möchte, sollte deshalb auf eine fachlich berechnete Ration achten. Bei besonderen gesundheitlichen Anforderungen ist eine tierärztliche Ernährungsberatung sinnvoll.

Was tun, wenn mein Hund sein Futter nicht verträgt?

Nicht jedes Futter wird von jedem Hund gleich gut vertragen. Durchfall, wiederkehrendes Erbrechen, auffällige Gewichtsveränderungen oder anhaltende Probleme bei der Futteraufnahme sollten deshalb nicht einfach dauerhaft auf das Futter geschoben werden. Hinter Verdauungsproblemen können auch Erkrankungen stecken. Bei wiederkehrenden oder stärkeren Beschwerden sollte ein Tierarzt die Ursache abklären.

Auch bei einer Futterumstellung sollte nicht ständig zwischen verschiedenen Futtersorten gewechselt werden. Ein neues Futter kann schrittweise eingeführt werden, damit sich der Verdauungstrakt daran gewöhnen kann. Zeigt der Hund dabei wiederholt Beschwerden, sollte die Ursache genauer untersucht werden.

Am Ende gibt es also nicht das eine Hundefutter, das für jeden Hund gleichermaßen richtig ist. Entscheidend sind die individuellen Bedürfnisse des Hundes, seine Lebensphase, sein Aktivitätslevel und sein Körperzustand. Wer diese Faktoren berücksichtigt und auf eine bedarfsgerechte Zusammensetzung achtet, schafft eine gute Grundlage für die tägliche Ernährung.

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