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Fellwechsel bei Kaninchen – mehr als nur eine „haarige“ Angelegenheit

Fellwechsel bei Kaninchen – mehr als nur eine „haarige“ Angelegenheit

Zweimal jährlich steht für Kaninchen ein Fellwechsel an, der in den meisten Fällen glücklicherweise komplikationslos verläuft.


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Fellwechsel bei Kaninchen – Sommer- und Winterfell unterscheiden sich

Den Fellwechsel im Frühling und Herbst haben Hauskaninchen von ihren wilden Artgenossen übernommen. Denn ursprünglich dient der Fellwechsel bei Kaninchen dazu, die Hitze im Sommer sowie die Kälte im Winter besser bewältigen zu können. Einen markanten Unterschied gibt es zwischen Kaninchen in Innen- und Außenhaltung: Bei den Nagern, die ein Außengehege haben, ist der Fellwechsel oft stärker ausgeprägt. Auch starke Wetterumschwünge können zu Fellwechseln führen, wobei Hauskaninchen in Innenhaltung meistens über das gesamte Jahr hinweg aufgrund der geringen Temperaturunterschiede in gleichmäßigen Abständen Fell verlieren.

Dauer: Wie lange hält der Fellwechsel bei Kaninchen an?

Der Fellwechsel, bei dem Kaninchen ihre alten Haare verlieren und neue bekommen, hält nicht ewig an. Allerdings können je nach Alter und Rasse bis zu sechs Wochen vergehen, ehe der Fellwechsel abgeschlossen ist. Meistens spricht man von einer Dauer zwischen zwei Wochen und einem Monat, manchmal dauert ein Fellwechsel auch nur wenige Tage. Es kann passieren, dass Kaninchen, die im Fellwechsel sind, etwas gereizter reagieren als sonst und sich sogar selbst kratzen, beißen oder lecken, um die überschüssigen Haarbüschel loszuwerden. Manche Kaninchen reagieren sensibler als üblich und mögen es in dieser Zeit nicht, von ihren Haltern hochgenommen zu werden.

Welche Komplikationen können bei einem Fellwechsel bei Kaninchen auftreten?

Generell mag ein Fellwechsel harmlos erscheinen. Tatsächlich leistet der Körper der Kaninchen jedoch Schwerstarbeit. Der Stoffwechsel arbeitet quasi ununterbrochen, wodurch die Nager einen erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf haben. Gleichzeitig ist ihr Immunsystem herabgesetzt, sodass die Tiere anfälliger für Krankheiten sind. Auch die Belüftung der Haut leidet durch das lose Fell, sodass Pilzinfektionen und Milbenbefall tendenziell häufiger auftreten könnten.

Rassen, die langes Fell haben, können mitunter an den Begleiterscheinungen des Fellwechsels leiden. Oftmals treten Köttelketten auf, wenn Kaninchen Teile ihres Fells verschlucken und im Magen nicht verdauen können. Zwar sind die Köttelketten an und für sich kein größeres Problem, doch geben sie einen Hinweis darauf, dass dein Kaninchen eine größere Menge an Haarballen geschluckt haben könnte. Falls das Tier mit den Zähnen knirscht, nicht mehr frisst, eine Schonhaltung einnimmt oder einen harten Bauch hat, solltest du von einem Notfall ausgehen und unverzüglich den nächsten Tierarzt aufsuchen. Dann kann es sein, dass sich die Haarballen im Magen-Darm-Trakt festgesetzt haben und operativ entfernt werden müssen. Aus diesem Grund solltest du deine Kaninchen während des Fellwechsels regelmäßig beobachten, um im Falle von Verstopfung oder gar lebensgefährlichen Darmverschlüssen schnell reagieren zu können.

Auch kahle Stellen im Fell sind bei Kaninchen nicht normal. Dies kommt dann nicht durch den Fellwechsel, sondern eher von Parasiten oder bei einer vorliegenden Hautpilzinfektion. Solltest du kahle Stellen feststellen, so muss dein Kaninchen zum Tierarzt.

Fellwechsel bei Kaninchen: Diese Rolle spielt das Futter

Mit einer gesunden Ernährung kannst du deine Kaninchen beim Fellwechsel unterstützen. Wenn du Kaninchenfutter mit hohem Rohfaseranteil anbietest, arbeitet der Magen-Darm-Trakt der Nager schneller, sodass verschluckte Haare schneller wieder ausgeschieden werden und das Risiko für Verstopfung minimiert wird. Auch ausreichend Bewegung und eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr mit Wasser fördern die Verdauung.

So sieht das ideale Futter während des Fellwechsels aus: Hilfreich bei Fellwechsel sind Ölsaaten wie Sonnenblumenkerne und Leinsamen – sie tragen dazu bei, dass die Haarballen schneller ausgeschieden werden und liefern obendrein gesunde Fettsäuren. Achte darauf, die Öle nur in kleinen Mengen und nur während des laufenden Fellwechsels zu verfüttern. Selbst bei größeren Tieren reichen maximal ½ Teelöffel vollkommen aus.

Auch Heu ist während des Fellwechsels ein wichtiger Helfer, da es die Darmmotorik unterstützt. Beim Heu solltest du allerdings immer auf eine gute Qualität achten. Hochwertiges Heu erkennst du an seinem aromatischen Duft, einer grünlichen bis gelbbraunen Farbe, den langen Halmen und daran, dass es trocken ist. Absolut ungeeignet ist staubiges, muffig riechendes, schimmliges oder bröseliges Heu, das zu Gesundheitsschäden führen kann und meistens sowieso nicht gerne von Kaninchen gefressen wird.

Neben dem Heu ist Frischfutter jetzt die beste Wahl – Blattgemüse hält den Darm feucht und sorgt dafür, dass verschluckte Haarbüschel schnell abtransportiert werden. Biete deinen Kaninchen während des Fellwechsels verstärkt dunkelgrünes Blattgemüse, Bittersalate, Möhrengrün oder auch Sellerie an.

Auch mit Kräutern kannst du die Verdauung während des Fellwechsels gezielt unterstützen. Krampflösend und verdauungsfördernd sind vor allem Fenchel und Schafgarbe, während Kamille eine beruhigende und Pfefferminze eine entspannende Wirkung entfalten. Wenn du darüber hinaus das Fellkleid der Nager stärken willst, solltest du ihnen Löwenzahn (reinigt Leber zu Nieren), Brennnessel und Gänseblümchen (unterstützen den Stoffwechsel) sowie Ringelblume verabreichen.

Kaninchen beim Fellwechsel helfen: die besten Tipps

Lose Haare entfernen: Die wichtigste Maßnahme besteht darin, lose Haare im Gehege und auf den Futter- und Trinknäpfen zu entfernen, damit die Tiere diese gar nicht erst fressen. Auch vom Fell selbst solltest du die überschüssigen Haare durch Bürsten oder Streicheln vorsichtig entfernen. Kurzhaarrassen brauchst du nur alle zwei bis drei Tage bürsten, Langhaarrassen täglich. Bei Kaninchen, die keine Bürsten akzeptieren, kannst du alternativ Flohkämme oder Fellhandschuhe ausprobieren. Nur spitz dürfen die Gegenstände nicht sein, da sie ansonsten die Haut der Kaninchen verletzen könnten.

Fell kürzen: Einige Rassen haben derart langes Fell, dass es sinnvoll sein kann, es zu kürzen. Je nachdem, wie lang das Fell ist, kannst du es vorsichtig abrasieren oder mit einer Schere kürzen. Im Handel bekommst du dafür spezielle Fellscheren, mit denen du beispielsweise sehr schwer zugängliche Körperstellen im Gesicht, an den Beinen oder im Intimbereich scheren kannst. Für größere Bereiche solltest du eine Schermaschine verwenden oder dich an deinen Tierarzt wenden – denn der Vorgang setzt manche Kaninchen unter großen Stress.

Sanfte Massagen bei ängstlichen Tieren: Es gibt Kaninchen, die sich vor Bürsten und anderen Hilfsmitteln ängstigen. Hier solltest du keinen Druck ausüben, sondern lieber vorsichtig zupfen. Auch eine sanfte Massage hilft, da sie die Durchblutung anregt und das Unterfell lockert, sodass sich die losen Härchen leichter entfernen lassen.

Tunnel und Engstellen mit Bürsten ausstatten: Auch sehr scheue Tiere, die nicht handzahm sind, müssen gebürstet werden. Dies gelingt mit einer ungewöhnlichen Methode: Statte einfach die Tunnel im Gehege mit weichen Bürsten aus, sodass die Mümmler beim Durchlaufen quasi von selbst gebürstet werden.

Fazit: Fellwechsel bei Kaninchen

Wenn deine Kaninchen wieder büschelweise Fell verlieren, dann weißt du, dass der Fellwechsel ansteht und der Körper gerade auf Hochtouren arbeitet – höchste Zeit also, um deine Nager so gut es geht zu unterstützen. Das gelingt dir mit einer ausgewogenen Ernährung, gezieltem Bürsten und Entfernen der losen Härchen sowie natürlich mit Geduld, Liebe und Zuneigung für deine Tiere.

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