Kaninchen Ernährung: Was dürfen Kaninchen fressen?
Es ist eigentlich nicht kompliziert, Kaninchen als Haustiere artgerecht zu ernähren. Allerdings können auch dort einige Fehler gemacht werden, die sich schlussendlich negativ auf die Gesundheit der Mümmler auswirken könnten. Nachfolgend erfährst du, was Kaninchen fressen dürfen und welche Nahrungsmittel die Langohren besser nicht anrühren sollten.
So funktioniert die Verdauung der Kaninchen
Kaninchen sind reine Pflanzenfresser, was sich maßgeblich in ihrer Verdauung widerspiegelt. So ist ihr Magen-Darm-Trakt darauf ausgerichtet, pflanzliche Bestandteile zu verdauen. Gleichzeitig haben die Langohren einen sehr hohen Energiebedarf, sodass sie kalorienarme Nahrungsmittel bevorzugen und oft fressen. Auch der Flüssigkeitsbedarf der Langohren wird übrigens durch das Grünfutter gedeckt. Dennoch sollte den Kaninchen jederzeit frisches Wasser zur Verfügung stehen.
Kaninchen im Sommer richtig füttern
Während der warmen Jahreszeit bietet es sich an, die Nahrung für Kaninchen direkt „aus der Natur“ zu beziehen. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo du beispielsweise Pflanzen, Blätter und Zweige von der Wiese pflücken kannst. Idealerweise sollte das Frischfutter dann aus rund zwei Dritteln Gräsern und einem Drittel Wiesenkräutern bestehen. Bedenke, dass Nahrungsmittel im Sommer schneller verderben. Es ist jetzt besonders wichtig, beispielsweise das Heu noch regelmäßiger zu kontrollieren und gegebenenfalls auszutauschen. Achte zudem vor dem Pflücken darauf, dass es giftige Pflanzen für Kaninchen gibt und verfüttere nur die, von denen du weißt, dass sie unbedenklich sind.
Kaninchen im Winter richtig füttern
Im Winter lässt sich in der freien Natur nicht mehr so viel sammeln. Daher solltest du bestenfalls auf Grünfutter aus dem Supermarkt ausweichen. Idealerweise setzt du dabei auf eine Mischung aus Salaten, Kohlgemüse, Gemüsegrün, Küchenkräutern, wintergrünen Pflanzen und anderem Blattgemüse. Biete deinen Kaninchen am besten bis zu sechs verschiedene Sorten täglich an, sodass Abwechslung besteht und die Darmflora sich dann, wenn eine oder zwei Sorten ausgewechselt werden, langsam daran gewöhnt.
Futterliste für Kaninchen: Was dürfen die Langohren fressen?
Grünfutter: Die wichtigste Komponente im Kaninchenfutter ist das Grünfutter. Rund 80 Prozent des gesamten Grünfutters sollten aus Blatt- und Krautgemüse bestehen. Mit diesem Futter nehmen deine Kaninchen nicht nur wichtige Ballast- und Nährstoffe sowie Mineralien und Vitamine zu sich, sie bekommen außerdem einen guten Zahnabrieb. Die nachfolgenden Komponenten dürfen im Grünfutter enthalten sein:
Bittersalate wie Endivie, Chicorée, Frisée, Radicchio und Zuckerhut
Blättriges Kohlgemüse wie Grünkohl, Wirsing, Spitzkohl, Chinakohl, Kohlrabiblätter
Gemüseblätter wie Stangensellerie, Karottengrün, Fenchelgrün, Rote-Beete-Grün, Rettichblätter, Mairübengrün, Radieschenblätter
Küchenkräuter wie Basilikum, Bärenklau, Dill, Gänsedistel, Hibiskus, Melisse, Minze, Oregano, Petersilie, Pfefferminzblätter, Salbei, Thymian, Kamille, Koriander, Majoran, Beifuß, Estragon, Wegerich, Schafgarbe
Festes Gemüse: Festes Gemüse ist ebenfalls erlaubt, sollte aber nur rund 15 Prozent der Gesamtmenge ausmachen. Diese festen Gemüsesorten dürfen Kaninchen fressen:
Brokkoli
Brunnenkresse
Fenchel
Gurke
Kohlrabi
Karotten
Knollensellerie
Kürbis
Paprika
Romanesco
Rote Beete
Spargel (in kleinen Mengen)
Spinat
Tomate
Zucchini
Heu: Ergänzend zum Grünfutter und Gemüse benötigen Kaninchen hochwertiges Heu ohne viel Trockenkräuter. Achte unbedingt auf die Qualität des Heus. Frisches Heu riecht nach Wiese und ist gut getrocknet. Du kannst gelegentlich auch kräuterreiches Wiesenheu verfüttern, solltest aber bedenken, dass es viel Calcium enthält. Falls das Heu schimmelt, feucht ist oder schon schlecht riecht, solltest du es keinesfalls deinen Langohren anbieten. Damit dein Heuvorrat nicht verdirbt, solltest du es am besten in luftdurchlässigen Beuteln und nicht in Plastiksäcken aufbewahren. Kontrolliere mindestens einmal täglich die Heuraufe und fülle, falls nötig, frisches Heu nach.
Obst: Obst für Kaninchen enthält viel Fruchtzucker und sollte nur selten als besonderes Leckerli verfüttert werden. Wenn du Obst in zu großen Mengen anbietest, könnten deine Kaninchen davon dick werden oder Verdauungsbeschwerden bekommen. Grundsätzlich verträglich sind für Kaninchen Beeren wie Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren und Johannisbeeren sowie Wassermelonen, Äpfel, Bananen, Kiwi, Weintrauben und Birnen.
Wasser: Auch frisches Wasser in einer standsicheren Keramikschale sollte für deine Kaninchen Tag und Nacht bereitstehen. Wasserflaschen solltest du lieber nicht verwenden, da sie einerseits verstopfen können, andererseits gerade bei sehr hohen Temperaturen gute Brutstätten für Krankheitserreger sein können. Falls du dennoch Flaschen verwenden möchtest, solltest du diese am besten täglich reinigen.
Was dürfen Kaninchen nicht fressen?
Achtung: Einige Nahrungsmittel sind unter Umständen tödlich für Kaninchen und sollten von diesen keinesfalls gefressen werden. Diese Lebensmittel sind für Kaninchen entweder giftig oder bereiten ihnen schlimme gesundheitliche Beschwerden:
Auberginen
Avocados
Bohnen
Brot
Erbsen
Fleischprodukte
Getreide
Honig
Holunderbeeren
Knabberstangen
Knoblauch
Linsen
Litschi
Mango
Papaya
Rettich
Rhabarber
rohe Kartoffeln
Schokolade
Sonnenblumenkerne
Milchprodukte
Zwieback
Menge: Wie viel fressen Kaninchen?
Kaninchen haben einen ständigen Kaudrang, sodass sie täglich ausreichend Frischfutter benötigen. Falls du dich also fragst, wie oft man Kaninchen füttern sollte, lautet die Antwort: Sie sollten jederzeit Zugang zu gesundem Grünfutter haben. Zwischendurch nehmen die Kaninchen immer mal wieder Futter zu sich, auch wenn sie vielleicht gerade erst gefressen haben. Es ist generell wichtig, dass ihr Verdauungstrakt stetig ausgelastet ist, weshalb du auch nachfüttern solltest, wenn noch Reste vorhanden sind. Als groben Richtwert sehen Experten rund 200-500 Gramm Futter täglich je Kilogramm Körpergewicht.
Achtung: Falls deine Kaninchen zu dürr sind, spürst du das Rückgrat oder die Hüftknochen. Das deutet auf Untergewicht hin. Wenn du Fettpolster entlang der Schultern, Leisten oder Beine bemerkst, könnte es wiederum sein, dass deine Mümmler zu viel auf den Rippen haben. Taste deine Kaninchen regelmäßig ab, um Über- oder Untergewicht bzw. weitere Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und tierärztlich behandeln zu lassen.
Gekaufte Futtermischungen wie Trockenfutter: Bekommen Kaninchen davon Durchfall?
Gekaufte Futtermischungen sind ungesund, sodass die Mümmler durchaus davon Durchfall bekommen könnten. Denn in den vorgefertigten Futtermischungen stecken oftmals künstliche Aromen, sowie unzählige Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße. Wer seinen Kaninchen dauerhaft vorgefertigtes Trockenfutter anbietet, riskiert Folgeerkrankungen wie Verdauungsstörungen, Zahnprobleme, Blasen- oder Nierensteine, Unter- oder Übergewicht oder auch Verhaltensstörungen. Ein weiteres Argument, das gegen die Fütterung von Trockenfutter spricht, ist die Konsistenz. Die Tierschutzorganisation PETA weist darauf hin, dass Kaninchen ihre Zähne stetig aufeinanderreiben müssen, damit diese ordentlich abgewetzt werden können und nicht unkontrolliert wachsen.
Was tun, wenn Kaninchen doch Durchfall bekommen?
Auch dann, wenn du deine Kaninchen „richtig“ ernährst, kann es vorkommen, dass sie Durchfall bekommen. Am besten suchst du zeitnah euren Tierarzt auf, um der Ursache der Verdauungsbeschwerden auf den Grund zu gehen. Bis zum Besuch solltest du die Ernährung deines Kaninchens umstellen, das Gemüse reduzieren und stattdessen hochwertiges Heu verfüttern. Schaue regelmäßig nach deinem „Sorgenkind“ und stelle sicher, dass es keinen Zugang zu schädlichen Lebensmitteln hat, welche die Durchfälle noch verschlimmern könnten.
Kaninchen richtig füttern: Hilfreiche Tipps
Im Frühjahr und Sommer solltest du die Futterumstellung langsam angehen, damit deine Mümmler keine Magen-Darm-Beschwerden bekommen.
Bitte sammle keine Kräuter von Hundewiesen auf, da deine Kaninchen dadurch Krankheitserreger aufnehmen könnten.
Sammle nur Pflanzen in der freien Natur, die du kennst. Wenn du dir unsicher bist, dann schau zuerst nach, ob es sich um eine für Kaninchen giftige Pflanze handelt.
Zweige und Blätter darfst du von fast allen heimischen Baumarten nutzen. Sie sind wichtig, da sie die Schlappohren mit Mineralstoffen und Spurenelementen versorgen. Achte darauf, dass du ausschließlich ungespritzte und unbehandelte Äste verwendest, da Spritzmittel den Kaninchen schadet. Gut eignen sich beispielsweise Zweige von Apfel- und Birkenbäumen, Pappeln, Linden und Erlen. Auch von Haselnuss- und Johannisbeersträuchern darfst du Zweige mitsamt den Blättern und Blüten abpflücken.
Die Zähne der Kaninchen – sowohl Vorder-, als auch Backenzähne – wachsen kontinuierlich jede Woche um bis zu 2 mm. Damit sie ihre Zähne gesund abwetzen können, benötigen die Mümmler Futter, das sie „zermahlen“ können – was auf das meiste Fertigfutter nicht zutrifft.
Fazit: Wie eine gute Ernährungsweise für Kaninchen aussieht
Damit die Langohren lange gesund und munter bleiben, sollten sie abwechslungsreiches und artgerechtes Futter bekommen. Wichtig ist, dass die verfütterten Bestandteile sowohl verträglich für das empfindliche Verdauungssystem der Tiere sind, als auch den gesunden Zahnabrieb unterstützen. Dafür brauchen die Mümmler eine ausgewogene Mischung aus frischem Heu, Blatt- und Grüngemüse, Zweigen und Ästen, Kräutern und gelegentlich kleinen Leckerlis wie ausgewählten Obstsorten. Vergiss außerdem nicht, deinen Kaninchen jederzeit frisches Wasser zur Verfügung zu stellen.

Du kennst Mr. Crumble noch nicht?
Dann wird es Zeit, die Welt hochwertiger Kaninchenernährung und liebevoll ausgewählter Nagersnacks zu entdecken.
In unserem Shop findest du alles, was dein Kaninchen für ein gesundes und glückliches Leben braucht – von ausgewogenem Futter bis hin zu kleinen Leckereien für zwischendurch.
Schau dich um und finde die passenden Produkte für deinen tierischen Begleiter!
Kommentare (0)